
Köln | Unkraut pur!
Im berühmten „Eilemann-Trio“, das 40 Jahre lang den Kölner Karneval begeisterte, wurde er als Nachfolger des großen Horst Muys zur Kölner Legende. Er sei, wie Insider bewerten, in seinen dreißig Combo-Jahren ein regelrechter Pantomime am Bass gewesen, der das Publikum mit akrobatischen Kunststücken zu Begeisterungsstürmen hingerissen habe.
Und Charly Niedieck hinterließ eine plötzlich klaffende Lücke: Nach seinem furchtbaren Unfalltod im November 1992 verabschiedeten ihn mehr als 2000 Trauernde bei der Beerdigung, die Stadt habe „unter Schock“ gestanden, so beliebt sei er gewesen, heißt es.
Charly Niedieck war eine Größe im Eilemann-Trio
Sein Dahinscheiden war eine Zäsur: Denn Günter Eilemann löste das Trio nach der darauffolgenden Session, in der Italo-Grazie Patis die Rolle Niediecks einnahm, auf.
Und heute?
Droht sein Grab auf dem Friedhof Melaten zu verkommen. Die Natur scheint sich die Stätte zurückzuholen, so sehr wuchert das Unkraut. Der Grabstein lugt unter dem verwilderten Dickicht förmlich nur noch eben so hervor.

Der Anblick enttäuscht viele Spaziergänger, wie einen Fan des Eilemann-Trios, der auf Niediecks Beerdigung seinerzeit persönlich dabei war und regelmäßig vor Ort ist.
„Es ist schade, wenn man dort spazierengeht und dieses Grab so betrachtet. Es sieht schon lange so aus. Es finden ja auch Führungen statt, das wirft kein gutes Bild auf Melaten“.
Auf Nachfrage bei der Friedhofsverwaltung heißt es, es sei noch offen, ob das Grab ab Juli verlängert werde oder abgeräumt werden müsse.
„Charly Niedeck ist ein Begriff , nur schade, wenn solche Gräber tatsächlich im Lauf der Zeit verkommen und abgeräumt werden“, so eine engagierte Sprecherin, „In der Pflicht ist der, das dem das Grab gehört, bei einem schlechten Zustand werden die Angehörigen benachrichtigt“. Das solle nach dem Leserhinweis nun geschehen.
Bei Elsa Scholten, der „Grande Dame des kölschen Lustspiels“, wäre dies z.B. zu spät der Fall gewesen – der Sturm der Entrüstung kam so ebenfalls zu spät. . .