
Köln | Es sind keine leichten Tage für Henk van Benthem (74).
Der langjährige Bezirksbürgermeister von Porz (CDU) hatte im November 2025 seine geliebte Ehefrau Heidi verloren (koeln0221 berichtete exklusiv). Seither war es fast beängstigend still um den notorischen Hans Dampf in allen Gassen von der schäl Sick geworden.
Denn der gebürtige Niederländer zog sich im niederschmetternden Schmerz über den Verlust seiner verlorenen Partnerin, die er bis zu ihrem Tode liebevoll allein zuhause gepflegt hatte, aus Öffentlichkeit und Gesellschaftsleben zunächst komplett zurück. Erst an Karneval wagte er sich inkognito beim Veedelszoch scheu kurz unter die Jecken.
Porzer Ex-Bürgermeister erhält Urkunde nun doch
Die Erkrankung seiner Frau in der Corona-Zeit war seinerzeit auch der Grund dafür, dass van Benthem im Spätsommer 2022 sein Mandat als Ratsmitglied der Stadt vorzeitig niederlegen musste. Umso mehr war er jetzt darüber verstimmt und enttäuscht, dass er für die offizielle Verabschiedung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder Ende Januar 2026 keine Einladung erhalten hatte.
Der neue Oberbürgermeister Torsten Burmester hatte da eine engagierte Dankesrede gehalten und im feierlichen Rahmen Urkunden überreicht: „Ich danke allen, die im Streit und Ringen zu Lösungen für Köln beigetragen haben. Die unsere Demokratie lebendig gehalten haben. Die den eigenen Einsatz als Bereicherung und vielleicht sogar als staatsbürgerliche Pflicht empfunden haben. Menschen wie Sie sind für unser Gemeinwesen unverzichtbar!“

Als von Benthem von der Ehrung (nur) aus den Medien erfuhr, empfand er die Nicht-Berücksichtung als schallende Ohrfeige und musste annehmen, er sei „vergessen“ worden. Aus seiner Klause heraus suchte der traurige Witwer den Kontakt zur Stadt und zum OB persönlich.
Am Mittwoch tatsächlich wurde sein Ansinnen nach wochenlangem Schweigen erhört: „Es hat offenbar einen Fehler beim Verschicken der Einladungen gegeben, denn es soll eine falsche Email-Adresse von mir vorgelegen haben. Ich bin sehr froh, dass ich informiert wurde, dass es nun einen Termin bei Herrn Burmester für mich geben wird und ich die Urkunde nachträglich erhalte“.
Happy-End also nach all den vielen streitbaren Jahren im Rat der Stadt Köln. Und menschlich etwas Balsam auf die geschundene Seele des Privatmanns. . .