
Köln | Man könnte meinen, dass das Kölner RheinEnergieSTADION mittlerweile einer okkulten Stätte gleichkommt. Denn es gibt kaum einen Spot in der Domstadt, in der so herzlich und empathisch Menschen in Erinnerung gerufen werden – und bleiben.
Immer wieder sorgen die FC-Fans für emotionale Momente, indem sie mit Aktionen auf das Schicksal von Bedürftigen aufmerksam machen oder an beliebte frühere Weggefährten erinnern.
Kölner Südstadt Boyz mit Gedenkbanner für Popeye
Aktuelle Beispiele sind zum einen die warmherzige Geste für den ins Koma gefallenen Kurven-Haudegen Olli M., der durch Transparente in der Hans Schäfer-Südkurve aufgemuntert wurde. Die Anteilnahme per Banner am Schicksal vom „Uber-Irrtum-Opfer“ Fabrice R., der durch einen irren, asozialen Schläger aus dem Leben gerissen wurde. Oder jetzt die Note aus „Respekt“, als nach einem Drama im Osten ein Senior kollabierte und die Südkurve den Support fürs Hoffenheim-Heimspiel einstellte.

Und auch im Norden der Arena bleibt ein Mensch unvergessen, der in der Fanszene äußerst beliebt war und seinen Platz in guten wie in schlechten FC-Zeiten hatte.
Adolf Klassmann (†65), Spitzname „Popeye“, war viele Jahre über der Präsident und Sprecher des bekannten Fanclubs „Südstadt Boyz“ und als moralische Instanz in der gesamten Anhängerschaft des 1.FC Köln hoch angesehen. Gern gesehener Gast in den Trainingslagern und guter Geist im Stammtreff im Café auf der Bonner Straße.
Mit einem großen Plakat, auf dem das Konterfei vom lächelnden Popeye in FC-Montur zu sehen ist, erinnerten die Fans auch jetzt beim Spiel gegen Hoffenheim an ihn mit dem Slogan: „Popeye – für immer in unseren Herzen!“
Einfach das rührendste Banner von Köln-Müngersdorf. So bleibt das Unikat auch fast zwei Jahre nach seinem überraschend frühen Tod noch in seiner geliebten FC-Arena präsent. . .