
Köln | Eine große Künstlerin des kölschen Fasteleer vor dem Abschiedsauftritt von der jecken Bühne.
Am späten Abend kann man Ingrid Kühne bei der Nippeser Bürgerwehr noch einmal live erleben. Dann ist es vorbei mit der karnevalistischen Zeit, denn die Rednerin will sich bekanntlich nach dieser Session auf die Solo-Bühne fokussieren.
Vor dem Finale am Freitag Abend widmete Kühne ihren Fans einige emotionale Zeilen.
Ingrid Kühnes Abschied bei der Nippeser Bürgerwehr
„Jetzt sind es nur noch ein paar Stunden, dann ist es soweit. Mein letzter Auftritt im Karneval steht bevor. Ich bin heute Morgen mit einem ganz mulmigen Gefühl aufgewacht.
Ich hab natürlich gewusst, dass dieser Tag kommt aber jetzt wo er da ist, fühlt es sich schon komisch an.
Es fühlt sich immer noch richtig an, aber auch komisch. Erstens weiß ich nicht, wie es für mich nächstes Jahr ohne Karneval sein wird. Zweitens weiß ich nicht, ob alle meine Entscheidung verstehen oder zumindest respektieren können. Und drittens und das ist das Schlimmste, weiß ich nicht, was mich heute Abend erwartet. Die letzte Sitzung haben wir bewusst so gewählt, dass es bei der Nippeser Bürgerwehr ist.
Die Gesellschaft, wo ich viele tolle Auftritte hatte, wo ich damals schon beim Rosenmontagszug auf den Wagen mitfahren durfte, wo ich viele der Mitglieder persönlich kenne, aber nicht zuletzt die Gesellschaft, wo mein Agenturchef, Michael Gerhold, Präsident und Sitzungsleiter ist.
Also heute Abend wird’s ganz schön privat und hoffentlich fließen nicht so viele Tränen.
Rückblickend auf diese Session muss ich sagen, dass es ganz ganz viele emotionale Momente gab, die mir immer im Gedächtnis aber vor allen Dingen im Herzen bleiben werden.
Besonders schön ist es, dass mein Mann Ralf und mein Sohn Sven heute an meiner Seite sind. Natürlich nicht auf der Bühne, da würden nämlich beide nicht mitspielen. Aber sie sind so nah bei mir, dass ich es auf jeden Fall spüren werde. Sie haben mir in all den Jahren nicht nur im Karneval – aber da ganz besonders – immer gezeigt, dass sie hinter mir stehen, dass sie alles dafür tun, dass es für alle wunderbar ist und mir den Rücken freigehalten. Sie sind ganz oft Thema in meinen Karnevalsreden gewesen, aber es war für sie immer absolut okay.

Auch danke an meine Agentur Ahrens, die mich von Anfang an bis heute ununterbrochen im Karneval begleitet und vertreten hat. Es war nie ein Arbeitsverhältnis, es war von Anfang an Freundschaft. Zum Glück bleiben wir uns auch weiterhin treu, denn auch im Sologeschäft sind sie an meiner Seite.
Ich habe eine wundervolle Session hinter mir und umso ehrlicher und passender kann der Spruch gar nicht sein… Wenn‘s am schönsten ist, sollte man gehen! In den letzten Wochen haben die tollen Saalkapellen oft das Lied gespielt, dass ich jetzt auf ewig mit meinem Abschied verbinde… Niemals geht man so ganz!
Ich werde hoffentlich noch ganz viele tolle Karnevalssitzungen als Gast erleben dürfen, oder mit Kollegen/innen, die zu Freunden wurden einen Tag in der Session mitfahren, der StattGarde Colonia Ahoj hab ich es auf jeden Fall für nächstes Jahr schon fest versprochen. Mein Herz hat immer für den Karneval geschlagen und so wird es auch weiterhin sein.

Ich wünsche allen Kollegen und Kolleginnen auf der Bühne, weiterhin die Liebe zum Karneval, dass sie mit Herzblut den Menschen in den Sälen mit ihren Auftritten unvergessliche Stunden bereiten. Den Gästen, tolle Sitzungen mit bunten, abwechslungsreichen Programmen, in denen alle Genres des Karnevals Platz finden, sowohl Rede, Tanz und Musik. Lasst den Karneval wieder zu dem werden, was es immer war, dass alle Menschen egal welchen Geschlechts, welcher Herkunft, ob arm oder reich, ob jung oder alt, ob klein oder groß friedlich zusammen lachen singen und feiern.
Lass uns alle ein Teil dessen sein, dass die Tradition und das Brauchtum und das positive Miteinander an erster Stelle stehen.
Ich muss mich jetzt langsam mal fertig machen, da wir vorher noch gemütlich essen gehen und dann hoffentlich ohne Stau Richtung Köln fahren. Wenn wir uns auch heute Abend vielleicht nicht live sehen, bin ich dankbar für jeden, der in Gedanken heute bei mir ist.