
Köln | Was ist da hinter den Kulissen bei der KG Kölsche Grielächer vun 1927 e.V. nur los?
Am Sonntag auf der Miljöh-Sitzung im Maritim Hotel gab es auf der Bühne im Gegensatz zu den vorherigen Veranstaltungen einen offensichtlichen „Personalwechsel“ am Mikrofon.
Denn überraschend leitete mit Udo Schaaf der Präsident himself durchs Programm und nicht, wie zuletzt bei der Herrensitzung (5.2), Stefan Dahm (22), der dafür auch tolle Kritiken für die KG geerntet hatte. „Mit sicherer Hand und feinem Gespür führte ab hier Sitzungsleiter Stefan Dahm durch eine Sitzung, die dramaturgisch kaum besser hätte komponiert sein können“, hieß es u.a. bei „Typisch kölsch.de„.

Und diesmal? Der Moderator sei „abhanden gekommen“, hieß es nur.
Grund genug, daher noch einmal nachzufragen, warum Dahm fehlte. „Ich habe die Sitzungen zum ersten Mal komplett alleine geleitet. In der letzten Session habe ich die Begrüßungen, Ehrungen und Spenden etc. vorgenommen. Zu den Gründen werde ich mich nicht äußern“, so „Grinseplaat“ Schaaf.

Dafür sprach „Ne Echte Kölsche Jung“ mit ein paar Tagen Abstand: „Ich habe von der Gesellschaft, in der ich Mitglied bin, die Aufforderung bekommen, auf Wunsch eines Künstlers bei seinem Auftritt die Bühne zu verlassen und ihn nicht anzumoderieren. Und das in der Gesellschaft, in der ich „Sitzungspräsident“ bin? Danke… Nä!“, so das junge Kölsch-Original.

Ross und Reiter zu nennen und damit Öl ins Jeckenfeuer zu gießen, ist die Sache der Frohnatur mitten in der heißen Phase der Session offenbar nicht. Dahm hat nur für sich reinen Tisch gemacht, seine Sachen bei der KG abgegeben und erklärt: „Ich für meinen Teil bin damit ausgetreten. Ob das offiziell schon umgesetzt worden ist, weiß ich nicht.“
Wichtig aber im Kontext: Gewiss nicht zufällig hatte Ikone Heinz Ganss (81) alias King Size Dick den vor zwei Jahren von den Grielächern erhaltenen Ehrenpreis bereits im Vorfeld der Sitzung zurückgegeben.

„Die Grielächer waren durchaus eine meiner Lieblingsgesellschaften, aber deine/eure Entscheidung in Sachen JP Weber vs. Stefan Dahm mutet an, als hätte der Zentralrat der Fliesentisch-Besitzer eine unüberlegte und durchaus unqualifizierte Entscheidung getroffen. Meiner Meinung nach ist sie nicht nur ungeheuerlich, unprofessionell und charakterlos. Sie ist so aberwitzig, dat ich et nit jläuven wullt“, hatte er den für die KG blamablen Affront begründet.
Denn: „Scheinbar ist Deiner/Eurer geschätzten Aufmerksamkeit entgangen, dass die Individualität einzelner immer da endet, wo sie das Ansehen oder die Rechte anderer tangiert. So sehr ich mich seinerzeit über eure Auszeichnung gefreut habe, so wenig kann ich mich heute mit ihr identifizieren. Daher gebe ich sie hiermit zurück“.